Immunsupression

 

Immunsuppressiva

Die wichtigste medikamentöse Therapie nach einer Transplantation ist die Immunsuppression. Durch die natürlichen Abwehrkräfte des menschlichen Körpers (Immunsystem) werden z.B. Infektionen durch Viren oder Bakterien bekämpft und abgestoßen. Nach einer Transplantation werden auch die fremden Organe entsprechend abgestoßen. Durch Medikamente (Immunsuppressiva) wird die Abwehrreaktion unterdrückt und eine Abstoßung verhindert. Diese Medikamente müssen regelmäßig und lebenslang eingenommen werden.

Derzeit verwendete immunsuppressive Medikamente:

Sandimmun® Optoral, Cicloral® (Ciclosporin A)

Prograf® (Tacrolimus / FK 506)

Certican® (Everolimus / SDZ-RAD)

Rapamune® (Sirolimus / Rapamycin)

Imurek® (Azathiopin)

CellCept® (Mycophenolat Mofetil)

Myfortic® (Mycophenolsäure)

Decortin® H, Urbason® (Prednisolon, Methylprednisolon)

In der ersten Zeit nach der Transplantation wird meist eine Kombination verschiedener immunsuppresiver Medikamente gegeben. Entscheidend für den Erfolg der Behandlung ist neben der Individuellen Medikamentenauswahl und Dosisanpassung durch den Arzt die genaue Einnahme durch den Patienten zu vorgeschriebenen Zeiten. Bei der Gabe von Immunsuppressiva sollte eine regelmäßige Kontrolle der Medikamentenspiegel durch den örtlich betreuenden Arzt erfolgen.

Trotzdem können chronische Abstoßungsreaktionen und Nebenwirkungen der Medikamente die Funktionsfähigkeit eines Transplantats beeinflussen. Eine wesentliche Nebenwirkung der Immunsuppression ist eine erhöhte Infektionsanfälligkeit, da nicht nur die gegen das neue Organ gerichtete Abwehrreaktion unterdrückt wird, sondern auch die Abwehr gegen Infektionserreger.

Weitere häufig auftretende Nebenwirkungen:

• Bluthochdruck

• Erhöhte Blutzuckerspiegel (Diabetes)

• Funktionseinschränkungen der Nieren

• Magen-Darm-Beschwerden (Durchfall, Brechreiz, Übelkeit)

• Fettstoffwechselstörungen

• Wassereinlagerungen (Ödeme)

Fettstoffwechselstörungen und Ödeme treten häufiger bei der Gabe von Certican® und Rapamune® auf. Um rechtzeitig auf eine Nebenwirkung zu reagieren, sollten regelmäßige Blutkontrollen durchgeführt werden.

Bei kostengünstigeren Nachahmepräparaten (Generika) von Immunsuppressiva besteht grundsätzlich das Risiko medizinischer Komplikationen. Generika sollten erst dann zur Anwendung kommen, wenn eine vergleichbare Therapie einheitlich unter verschiedenen Bedingungen (Alter, Grunderkrankung, Begleiterkrankungen, Zusammenwirken mit anderen Medikamenten) bewiesen ist.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten:

Unter immunsuppressiver Therapie zeigen viele Medikamente Wechselwirkungen mit dem Immunsuppressivum. Vor allem bei der Einnahme von Antibiotika ist Vorsicht geboten, deshalb sollten Sie die Empfehlungen des weiterbetreuenden Transplantationszentrums beachten.

Ebenfalls sollten Sie Ihre medikamentöse Therapie nicht selbständig um harmlos scheinende homöopathische Mittel ergänzen. Das sehr beliebte „Johanniskraut“ tritt z.B. mit den immunsuppressiven Medikamenten in eine nicht zu unterschätzende Wechselwirkung (Wirkung kann erniedrigt werden). Dagegen kann Grapefruit (Pampelmusen) den Immunspiegel stark anheben. Fragen Sie in jedem Fall vor der Einnahme oder dem Verzehr die Ärzte Ihrer Transplantationsklinik.

Wechselwirkung von Ciclosporin A mit anderen Arzneimitteln

Cyclosporinspiegel erhöhende Medikamente

Cyclosporinspiegel senkende Medikamente

Allopurinol

Amiodaron Cholsäure und –derivate

Antibiotika (z.B. Erythromycin, Clarithromycin, Josamycin, Posinomycin, Pristinamycin, Doxycyclin)

Calciumantagonisten
(z.B. Diltiazem, Nicardipin, Verapamil)

Cortison (hohe Dosen)

Danazol

Fluconazol

Itraconazol

Ketoconazol

Metoclopramid

Orale Kontrazeptiva

Propafenon

Grapefruit

Carbamazepin

Metamizol

Nafcillin

Octreotid

Phenobarbital

Phenytoin

Probucol

Rifampicin

Sulfadimidin (intravenöse Gabe)

Trimethoprim (intravenöse Gabe)

Troglitazon

Johanniskraut

Quelle:Medizinische Klinik 2001; 96:480-4 (Nr. 8)

Auch in Notfallsituationen muss auf eine positiv chronotrope Substanz, wie z.B. Orciprenalin oder Adrenalin, zurückgegriffen werden, denn eine erforderliche Frequenz¬erhöhung ist durch eine Vagolyse, z.B. mit Atropin, nicht zu erreichen.

Die Indikation zur Transfusion von Blutprodukten ist streng zu stellen. Immer sind CMV-freie Erythrozytenkonzentrate über Leukozytenfilter (z.B. Pall RC 400 KL) zu transfundieren.

Für Sie als Patient ist dies vielleicht alles sehr verwirrend, so dass wir empfehlen, bei Unsicherheit sofort Kontakt mit dem nachbetreuenden Transplantationszentrum aufzunehmen.

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