Patientenbericht Ralf Becker

Patientenbericht Ralf Becker

Frau Dr. med. D. Gürsoy, Herr und Frau Becker, Herr Dr. med. S. SpiliopoulosAm 10.01.2012 hat sich mein ganzes Leben verändert. Dieser Tag liegt nun schon ein halbes Jahr zurück, ein halbes Jahr voller Hoffen und Bangen, voller Angst und Freude, aber vor allem auch voller Dankbarkeit an das Ärzte-Team, an meine Familie und an allen Beteiligten, die mir in dieser schweren Zeit geholfen haben und auch weiterhin helfen werden.

Dieser folgenschwere Tag des Januars verlief bis zu meiner Heimkehr von der Spätschicht gänzlich normal. Als ich dann jedoch einen kräftigen Schluck Mineralwasser trank, bekam ich plötzlich starke Magenschmerzen. Zunächst dachten meine Frau und ich, dass ich zu schnell getrunken hätte und die Beschwerden nicht lange anhalten würden. Doch die Schmerzen wurden immer schlimmer und ich bekam kalte Schweißausbrüche, weshalb meine Frau mich am Morgen zu unserem Hausarzt begleitete. Mit dem Verdacht auf einen Herzinfarkt überwies dieser mich ins St. Barbara Hospital in Gladbeck.

Die Ärzte dort dachten zunächst an ein Magengeschwür. Für weitere Untersuchungen baten sie meine Frau den Behandlungsraum kurz zu verlassen. Wenig später verlor ich wohl das Bewusstsein, denn von diesem Zeitpunkt an kann ich mich an nichts mehr erinnern, weshalb ich das nachfolgende Geschehen lediglich aus den Erzählungen meiner Familie kenne.

Die Ärzte im Krankenhaus diagnostizierten einen Kardiogenen Schock und sagten meiner Frau, dass ich einen schweren Herzinfarkt gehabt hätte und ich diesen sehr wahrscheinlich nicht überleben würde, denn von zehn Patienten mit der selben Diagnose würden höchstens zwei Patienten überleben.

Daraufhin wurde ich dann sofort ins Marienhospital in Gelsenkirchen gebracht, wo mir Herzkatheder gelegt wurden.

Auf Grund einer besonders aufmerksamen Ärztin, die sah, dass mir dort nicht mehr geholfen werden konnte, kam ich dann am späten Abend in das Evangelisches Klinikum Niederrhein in Duisburg.

Noch in derselben Nacht setzten die Ärzte mir in einer mehrstündigen Operation ein Herzunterstützungssystem ein.

Trotz dieses Versuches der Ärzte, meine Herzleistung wieder zu Stabilisieren, erholte sich mein Herz nicht, weshalb die Ärzte meine Frau darüber in Kenntnis setzten, dass es nur noch eine Möglichkeit gäbe mir das Leben zu retten, ein Kunstherz.

Das Total Artificial Heart von SynCardia. Ralf-Becker2

Bei dieser Operation wird das Herz des Patienten entfernt und an dessen Stelle das Kunstherz implantiert, welches durch Druckluft über zwei Schläuche, die aus der Brust des Patienten hinaus zu einer Pumpe führen, betrieben wird. Obwohl dieses Verfahren für meine Familie völlig unbekannt war, entschieden sie sich nach einer Beratung mit den Ärzten für diese schwere Operation. Eine Entscheidung, die mir das Leben rettete. Am 20. Januar war es dann soweit. Die Ärzte setzten mir nach elf Tagen im Koma das Kunstherz, in einer siebenstündigen Operation, erfolgreich ein. Schon eineinhalb Tage später wachte ich auf. Die nachfolgenden Wochen waren sehr anstrengend, da mein Körper sehr geschwächt war.

Jedoch konnte ich auch die Erleichterung meiner Familie spüren, die mir bis heute bei allen Schritten beiseite steht, was mir auch sehr hilft, mit der neuen Situation klar zu kommen, denn ohne das Herzpumpen Unterstützungssystem würde ich heute nicht mehr Leben.

Am 02.03.2012 war es dann soweit, ich konnte nach Hause zu meiner Familie. Von Tag zu Tag geht es mir seitdem besser, zwar langsam, aber alles braucht seine Zeit. Ich hoffe dass das Klinikum Niederrhein bald die Genehmigung zur Herztransplantation bekommt, denn dann kann ein Patient von Beginn der Behandlung bis zur Transplantation von den selben Ärzten behandelt und betreut werden.

Ich möchte mich noch einmal herzlichst bei allen Beteiligten bedanken, die dazu beigetragen haben, mir das Weiterleben zu ermöglichen. Bei dem Ärzte-Team, bei dem Team der Intensivstation, bei den Schwestern der Station 4 CD, bei den Krankengymnasten, den Freunden und zu guter Letzt natürlich bei meiner Familie, die rund um die Uhr für mich da ist und die mir zeigt, dass das Leben auch so noch lebenswert ist und ich gebraucht werde.

Das alles gibt mir die Kraft hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken.

Ralf Becker

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