Patientenbericht Wolfgang Friede

Zurück im Leben

Wolfgang Friede (61) über seinen Weg zu einem Herzunterstützungssystem

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„Meine Herzpumpe ist ein Teil von mir geworden – fast so, als wäre sie schon immer da gewesen. Warum ich sie nie als Fremdkörper empfunden habe? Das liegt ganz einfach daran, dass sie mir jeden Tag aufs Neue das Leben rettet! Es hat sich gelohnt. Denn das Leben kann so schön und lebenswert sein.“

Wolfgang Friede (61) ist gelernter Betriebsschlosser und hat 20 Jahre im Duisburger Bergbau gearbeitet. Er geht leidenschaftlich gern mit seiner Frau auf Reisen und genießt ausgedehnte Spaziergänge in der Natur.

Am 5. September 1985 hat sich mein Leben verändert. Mitten in der Nacht riss mich ein fürchterlicher Schmerz in der Brust aus dem Schlaf. Kurze Zeit später lag ich mit schwerem Herzinfarkt auf der Intensivstation unseres Krankenhauses. Diagnose: Vorderwandinfarkt mit Aneurysma im Herzkranzgefäß. Nach langem Krankenhausaufenthalt, einer Reha und einiger Zeit der Schonung konnte ich wieder zu meinem Leben zurück.

Fünf Jahre später jedoch zwang mich dann meine Gesundheit in die Berufsunfähigkeitsrente. Ich wurde merklich schwächer und der Zustand meines Herzens schlechter. Das führte dazu, dass ich 1992 am Herzen operiert werden musste. In den folgenden acht Jahren konnte ich jedoch – dank gut eingestellter Medikamente – ein nahezu beschwerdefreies Leben führen. Meine Frau und ich erlebten wunderbare Urlaube und genossen die gemeinsame Zeit. Dann holte mich das Schicksal erneut ein! Im Januar 2000 erlitt ich einen zweiten Infarkt. Es folgten drei Bypässe, drei Wochen Klinik, drei Wochen Reha.

Ruhe vor dem Sturm

Nach der Reha fühlte ich mich wieder gesund. Ich hatte die Zeit genutzt, um an einer Schulung zur dauerhaften Selbstkontrolle des Quick-Wertes (INR) teilzunehmen. Die Blutentnahmen beim Hausarzt hatten ein Ende. Doch mein Leben wurde durch viele Untersuchungen bestimmt. Trotzdem konnte ich ein gutes Leben mit meiner Frau führen. Ich ahnte jedoch nicht, was meinem Herz noch bevorstand.

Unterstützung für mein Herz

Es begann zunächst unbemerkt. Ich hatte dauerhafte Herzrhythmusstörungen, die lebensbedrohliche Formen zeigten. Im Mai 2010 musste mir daher ein Defibrillator mit Schrittmacher implantiert werden. Es folgte ein Leben zwischen Klinik und Zuhause. Immer hin und her. Das Leben zu genießen, war jetzt nicht mehr möglich. Im Januar 2011 stellte ich mich dann in der neuen Herzchirurgischen Abteilung im Klinikum Duisburg vor – in der Hoffnung auf Hilfe. Hier erfuhr ich erstmals von der Möglichkeit einer „Herzpumpe“ (Fachbezeichnung: Linksventrikuläres Herzunterstützungssystem).

Nach dem ausführlichen Gespräch mit dem Arzt darüber, bekam ich die Möglichkeit mit einem Patienten zu sprechen, der eine solche „Pumpe“ hatte. Er machte einen fitten Eindruck und konnte mir die Technik und den Umgang mit dem Gerät sehr gut erklären. Im ersten Moment erschreckte mich jedoch die Technik. Doch im Laufe des Gesprächs wandelte sich das in Interesse. Je mehr ich erfuhr, umso klarer wurde meine Entscheidung: Ich wollte eine solche Herzpumpe, wenn es nötig würde. Denn ich wollte mein Leben wieder genießen können. Und das ging dann schneller als ich dachte.

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Wettlauf mit der Zeit

Knapp zwei Wochen später war mein Herz nicht mehr in der Lage, genügend Blut durch meinen Körper zu pumpen. Dadurch konnten die inneren Organe nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff versorgt werden. Es war eine Frage weniger Monate bis es zu ernsthaften Organschäden kommen würde. Ich brauchte ein neues Herz, aber die Wartezeit für ein Spenderorgan ist lang. Zeit, die ich nicht hatte. Für mich gab es nur eins: die Herzpumpe. Am 17. Februar 2011 wurde mir das HeartMate II® implantiert. Alles hat gut geklappt. Die Pumpe hat mir das Leben gerettet. Sie ist jetzt der Motor meines Lebens.

Mein neues Leben

Bereits wenige Tage nach dem Eingriff konnte ich auf die normale Station verlegt werden. Behutsam machten mich Ärzte und Pflegepersonal mit meiner Herzpumpe vertraut. Ich fand es beeindruckend, wie Ärzte, Professoren und Pflegepersonal mir immer ein gutes und vertrauensvolles Gefühl gaben. Ich wusste, dass ich von nun an täglich mit einer Tasche, zwei Hochleistungsakkus und einem Controller leben würde. Na und?! Die Tasche samt Inhalt ist über eine Stromleitung mit der Pumpe an meinem Herzen verbunden. Der Kabelzugang wird einmal wöchentlich steril verbunden – reine Routine. Nach neun Wochen habe ich die Klinik verlassen. Es ist ein tolles Gefühl wieder zurück im Leben zu sein. Die neue Lebensqualität lässt sich kaum in Worte fassen. Ich habe mich für das Leben entschieden. Und ich genieße jeden Tag davon! Glauben Sie mir, es hat sich gelohnt.

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