24 Stunden Radrennen auf dem Motorsportparcour von Zandvoort für die Organspende

Bericht von Roland Schiela (24 Jahre Herztransplantiert)

 

Am 18. Juni 2016 startete um 12:00 Uhr mittags das 24 Stunden Radrennen in Zandvoort.
Wie schon im letzten Jahr war Bridge2Life auch dabei.

Mit unserer Anwesenheit möchten wir auch auf diesem Wege auf die Organspende aufmerksam machen.
Und für mich war es schon reizvoll, 24 Jahre nach meiner Herztransplantation, an einem 24 Stunden Radrennen teilzunehmen. 

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Wir hatten zum einen eine gemischte 4-köpfige Gruppe und zwei Einzelfahrer am Start.
Ich selber startete in der 4 köpfigen Gruppe zusammen mit Andrea, Rosita und Holger. Die zwei Einzelfahrer waren Herr Prof. Tenderich und seine Schwester Reinhild.

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Am Freitag waren schon alle angereist, letzte Vorbereitungen wurden noch an den Rädern vorgenommen und wie sich heraus stellte waren alle vom 4er Team zum ersten mal dabei und keiner konnte sich so recht vorstellen wie das gehen soll. 24 Stunden Radrennen, dass bedeutet für jeden 6 Stunden fahren und das bei starken Wind und noch stärkeren Böen. Der Wetterbericht ließ jedenfalls wenig Hoffnung auf bessere Bedingungen zu. Wir einigten uns darauf, dass jeder 3 mal 2 Stunden fährt. Die beiden Einzelfahrer wollten natürlich bis auf ein paar Pausen durchfahren. In meiner Vorstellung ein völlig unmögliches Vorhaben.

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Am Abend fuhren wir schon mal zur Rennstrecke um die Anmeldeformalitäten zu erledigen und schon mal ein paar Sachen in einer PIT Box der Boxengasse abzustellen. In der PIT Box roch es noch nach dem Benzin der letzen Autorennen und ich wurde immer kribbeliger das Rennfieber hatte mich erfasst.

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Am nächsten Tag war es dann soweit, gegen elf fuhren wir gemeinsam zur Rennstrecke.

Holger fuhr die ersten 2 Stunden inklusive „Le Mans Start“, das bedeutet, dass die Fahrer beim Start erst zu ihren Rädern laufen müssen, die auf der anderen Seite der Rennpiste stehen. Diese Art zu starten wurde in Le Mans mitte der zwanziger Jahre vorigen Jahrhunderts bei Motorsportrennen eingeführt deswegen der Name „Le Mans Start“

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Holger fuhr mit seinem Rennrad eine beachtliche Rundenzahl bevor er nach 2 Stunden von Andrea abgelöst wurde. Danach fuhr ich dann meine 2 Stunden und lernte dabei die Strecke kennen. Jede Kurve hatte einen Namen – angefangen mit der Tarzanbucht bis zur 13. und letzen Kurve – die Arie Luyendijk Bocht. Zandvoort liegt direkt am Meer und die Strecke ist in einer Dünenlandschaft eingebaut. Dadurch gab es einige Steigungen und viel Wind. Manchmal auch beides zusammen – was das Rennen zusätzlich erschwerte und uns herausforderte. Zwischendurch begegnete ich noch unsere 24 Stunden Fahrer die ja die eigentlichen Helden dieser Sportveranstaltung sind.

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Nach 2 Stunden löste mich dann Rosita ab und darauf ging es für Holger wieder von vorne los.

Die Nachtstunden fand ich gar nicht so schlimm. Hingegen Prof. Tenderich und Andrea in der Nacht viel Regen abbekommen hatten, hatte ich zu meiner Freude kein Regen erwischt. Zum Morgen hin lies der Wind dann nach. Meine letzte Etappe von 8:00 bis 10:00, war so gar nicht mein Ding. Übermüdet mit leichten Gesäßschmerzen war ich kurz davor aufzugeben. Umso erstaunlicher fand ich es, daß Herr Prof. Tenderich und Reinhild immer noch ihre Runden drehten. Der Teamgeist und eigener Ehrgeiz haben mir letztendlich dabei geholfen doch bis zu Rositas Ablösung durchzuhalten.

Das gesamte Team hat eine unglaubliche Leistung hingelegt. Unsere 6 Fahrer haben zusammen 1132 Km „erfahren“.

Wir haben auf jeden Fall aus dieser positiven Erfahrung profitiert und frei nach dem Motto „Nach dem Rennen, ist Vor dem Rennen“ werden hoffentlich im nächsten Jahr die Meisten wieder mit am Start sein und wenn sich jemand jetzt motiviert fühlt dann auch mitzufahren, einfach eine mail an gs@bridge2life.de schicken und weiteres ergibt sich dann.

Noch mal ein ganz großes Dankeschön an alle Helfer, meine Familie und natürlich an alle Mitfahrer. Es war wirklich ein schönes Wochenende und ich freue mich schon auf nächstes Jahr.

Hier gibt es noch mehr Bilder zu sehen.

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