Organspende – eine skandalöse Lebensrettung?

Luisa, Maria und Eva sind 15, 16 und 17 Jahre alt. Für die fachübergreifende Kompetenzprüfung in ihrer Schule mussten Sie eine Projektarbeit zu einem selbst gewählten Thema machen.
Sie entschieden sich für das Thema Organspende. Warum und wie es ausgegangen ist können Sie in ihrem Bericht erfahren.

Organspende – eine skandalöse Lebensrettung?

So lautete der Titel unserer Fächerübergreifenden Kompetenzprüfung.

Da gerade für mich (Luisa 15 Jahre) dieses Thema sehr wichtig ist, habe ich mich gemeinsam mit meinen Freundinnen Maria uns Eva (beide 16) entschieden dieses Thema in den Fächern Biologie und Religion zu bearbeiten.

An dieser Stelle möchte ich kurz beschreiben, weshalb mich das Thema Organspende so sehr beschäftigt. Am 23.12.2014 hatte meine Schwester Simone (20 Jahre) auf dem Weg zur Arbeit einen Verkehrsunfall. Ein Autofahrer hatte die Vorfahrt missachtet und das Auto meiner Schwester in einem total ungünstigen Winkel getroffen. Mit dem Heli wurde sie ins Krankenhaus gebracht. Äußerlich schien sie unverletzt zu sein, doch leider hatte sie sehr schwerste Hirnverletzungen. Schon am Abend war klar, dass sie keine Chance hatte. Simone hatte schon seit ihrer ersten Blutspende einen Organspendeausweis. Dies ist in meiner Familie eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Meine Eltern haben der Ausweis schon viele Jahre immer dabei. Gleich beim ersten Gespräch im Krankenhaus haben sie gesagt, dass Simone Organspenderin ist. Als dann der Hirntod eingetreten ist, wurde meine Schwester am 25. Dezember für fünf Menschen zum lebensrettenden Engel.

Ein Jahr später haben wir als Familie den Organempfängern über die DSO einen Brief geschrieben. Wir wollen, dass diese Menschen wissen, wie wichtig es für uns ist, dass es ihnen gut geht und dass sie ihr Leben, nach ihren Möglichkeiten genießen dürfen uns sollen. Zwei wunderschöne Briefe haben wir zurückbekommen.

Bei unseren Recherchen zum Thema haben wir einen Lungentransplantierten Studenten interviewt. Bei einem Angehörigentreffen der DSO konnte ich auch schon mit transplantierten Jugendlichen reden. Diese Begegnungen zeigen dann immer, dass Organspende richtig ist. Natürlich haben wir auch die Sorgen und Ängste der Organempfänger gespürt und wissen, dass auch nach einer Transplantation nicht alles super ist. Trotzdem ist für uns nach diesem Projekt ganz klar, dass Organspende mit einer skandalösen Lebensrettung gar nichts zu tun hat. Vielmehr haben wir das Gefühl, dass Organspende eine wunderbare Art ist anderen Menschen zu helfen. Was allerdings auch sehr wichtig ist, man sollte einfach zu Hause oder mit Freunden darüber reden. Wie wichtig es ist zu wissen, wie sich ein Mensch entscheidet, habe ich bei meiner Schwester gesehen. Also für mich ist ganz klar. Sobald ich im November 16 Jahre alt werde, ist auch bei mir der Organspendeausweis dabei. Dafür hab ich mir einen von „Bridge2Life“ zur Seite gelegt, da dieser das tolle, bunte Herz hat und ich den richtig schön finde. Maria, Eva, mein Bruder und seine Freundin haben inzwischen auch einen ausgefüllt.

Aber jetzt nochmal zur Prüfung. Wir haben in einem Rollenspiel unserer „Frau Transplanti“ Organe geschenkt. Eva hatte den rechtlichen Teil, Maria den religiösen und ich den biologischen bearbeitet. Unser Ordner umfasste insgesamt 64 Seiten und wir waren so gut vorbereitet, dass wir alle Fragen der Prüfer richtig beantwortet haben. Zum guten Schluss haben wir alle drei die Note „sehr gut“ erhalten und unsere Lehrer waren sehr beeindruckt. Dies macht uns sehr stolz und es fühlt sich richtig gut an, dass wir uns so intensiv mit diesem Thema beschäftigt haben.

Bridge2Life dankt den drei jungen Damen, dass sie sich so für die Organspende engagiert haben. Wir sind stolz diesen Text hier veröffentlichen zu dürfen.

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