TV Tipp: Leben mit neuem Herzen 20:15 auf 3SAT

Film von Volker Wasmuth und Patrick Zeilhofer

Die durchschnittliche Lebensdauer mit einem transplantierten Herzen beträgt heute 15 bis 20 Jahre. Vor 50 Jahren überlebte der erste Patient 18 Tage. Ein enormer medizinischer Fortschritt.

Am 3. Dezember 1967 setzte der Chirurg Christiaan Barnard zum ersten Mal einem Menschen ein fremdes Herz ein und schrieb damit Medizingeschichte. Der Patient, Louis Washkansky, 53 Jahre alt, starb kurze Zeit später an einer Lungenentzündung.

Um eine Abstoßung des neuen Herzens zu verhindern, hatten die Ärzte sein Immunsystem außer Gefecht gesetzt. Erst in den Folgejahren wurden für diesen Zweck bessere Medikamente entwickelt. Ein geschwächtes Abwehrsystem macht anfälliger für Krankheiten aller Art – von Infektionen bis hin zum Krebs. Für die Patienten ist die Belastung riesig: Sie müssen ihr Leben lang starke Medikamente schlucken. Manche kommen mit dem fremden Herzen in der Brust nur schwer klar.

Angeborene Herzfehler, eine verschleppte Grippe mit Herzmuskelentzündung – es gibt viele Gründe, warum eine Herztransplantation notwendig wird. Doch es fehlen Spenderherzen: Nur jeder vierte Patient überlebt die Wartezeit. Denn immer weniger Menschen sind bereit, einer Organspende zuzustimmen. Insgesamt gibt es nur noch rund 290 Herzverpflanzungen in Deutschland pro Jahr.

Könnte ein Kunstherz in Zukunft den Mangel ausgleichen? Es gibt erste Versuche mit mechanischen Kunstherzen. Auch die Verpflanzung von Schweine- oder Pavian-Herzen wird diskutiert. Weit erfolgreicher ist der Einsatz von sogenannten VADs (ventricular assist devices), also Herz-Unterstützungssystemen. In Deutschland werden diese künstlichen Pumpen bei rund 900 Patienten pro Jahr eingesetzt.

Wie funktioniert die Herztransplantation heute im Vergleich zur ersten Verpflanzung vor 50 Jahren? Was passiert im OP während der Transplantation? Nach welchen Kriterien werden die Spenderherzen verteilt, und warum gibt es nicht genügend Spenderorgane? Was sind die Schwierigkeiten bei der Entwicklung eines Kunstherzens?

Die Wissenschaftsdokumentation „Leben mit neuem Herzen“ begleitet einen Patienten auf seinem Weg zu einem neuen Herzen, besucht den Schauplatz der ersten Herztransplantation in Kapstadt, begegnet Menschen, die seit vielen Jahren mit einem fremden Herzen leben, und trifft Wissenschaftler, die am perfekten Kunstherz arbeiten. Ein Film über die Königsdisziplin der Chirurgie, die Herztransplantation, über ihre Möglichkeiten und Grenzen.

Redaktionshinweis: 3sat zeigt „Leben mit neuem Herzen“ anlässlich des 50. Jahrestages der weltweit ersten Herztransplantation am 3. Dezember 1967 unter Leitung von Christiaan Barnard in Kapstadt.

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